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Winter 2018
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Workshop der Jungen Kurie der ÖAW

von ChristianeM Losert-Valiente Kroon

Das Treffen war Teil der Diskussionsreihe Forschung in 20 Jahren und stand ganz im Zeichen der abendlichen Podiumsdiskussion: Wissenschaftskommunikation.
Der technologische und gesellschaftliche Wandel der letzten Jahre stellt nicht nur ungeahnte Herausforderungen für die Wissenschaft und die Kommunikation ihrer Erkenntnisse dar, sondern bietet auch interessante Möglichkeiten, mit neuen Kommunikationsmethoden zusätzliche Zielgruppen in die Interaktion zwischen Wissenschafter(inne)n und der breiteren Öffentlichkeit miteinzubeziehen.
Die Veranstaltungsteilnehmer(innen) wurden durch Impulse von einer der beiden Moderatorinnen des Workshops, Barbara Streicher, zur Reflexion der eigenen Rolle in verschiedenen Bereichen der Wissenschaftskommunikation animiert. Als Anregung dienten eine grafische Darstellung, in welcher diverse Aktivitäten im Bereich Wissenschaftskommunikation in Beziehung zu den Zielgruppen gesetzt wurden, sowie ein Überblick über die Entwicklung des Verständnisses von Wissenschaftskommunikation angefangen beim Public Understanding of Science über Science and Society hin zu Science in Society [2]. Die Motivation zu einer persönlichen oder institutionellen Beteiligung am Kommunikationsprozess wurde gemäß des zeitlichen Einsetzens des beabsichtigten Effekts überdacht [3].
Zu neuen Trends in der Wissenschaftskommunikation referierten die Leiterin des Vienna Open Lab, Karin Garber [4], die das Konzept von Mitmachlaboren an Forschungsstätten vorstellte, und der Direktor des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) [5] der ÖAW, Michael Nentwich [6], der dem Betreiben von Wissenschaftskommunikation im Zeitalter der Neuen Medien nachging.
Karin Garber legte dar, dass das Ziel des vorgestellten Vienna Open Lab [7] die Vermittlung naturwissenschaftlicher Inhalte durch eine experimentelle Auseinandersetzung und die Unterstützung des damit verbundenen gesellschaftlichen Diskurses sind wie die Darstellung eines realistischen Bildes der Aufgaben und Arbeitsweisen in einem Forschungslabor. Das äußerst gut angenommene Programm des Mitmachlabors wird dabei ganz an die Bedürfnisse der diversen Zielgruppen angepasst, die wissenschaftliche Laien aller Altersgruppen umfassen. Die Betreuung erfolgt durch Nachwuchswissenschafter(innen), die im Rahmen einer universitären Lehrveranstaltung in die Praktikumsleitung eingeschult werden.

Michael Nentwich rief zur professionellen, aktiven Mitgestaltung der Interaktion zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit über die Benutzung des Web 2.0 (Facebook, Twitter, Blogs, Wikipedia, Podcasts etc.) auf. Die qualitative und kulturelle Andersartigkeit sowie die Multifunktionalität der Neuen Medien stellen jedoch ungewohnte Herausforderungen dar; so verschwindet die Grenze zwischen interner und externer Kommunikation sowie zwischen individueller und institutioneller Botschaft. Cyberscience 2.0 [8]. Dies sei eine unaufhaltsame Entwicklung, die auch potenzielle Rückwirkungen auf die Forschung selbst mit sich bringe.
Auch junge Wissenschafter(innen) [9] der Universität Wien [10] kamen in Video-Interviews mit ihrer Erfahrung zum Austausch zwischen Forscher(inne)n und der allgemeinen Öffentlichkeit zu Wort. Dabei wurden Veranstaltungen im Ausland mit österreichischen Großereignissen, wie z.B. der Langen Nacht der Forschung, verglichen. Die Veranstaltungsteilnehmer(innen) nahmen die Impulse des ersten Workshop-Teils in eine gemeinsame Diskussion, in der die Erfahrungen aus der eigenen Praxis der Wissenschaftskommunikation eingebracht wurden.
Die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit - auch im Sinne einer gesellschaftlichen Verpflichtung - der Weitergabe von Forschungsergebnissen und eines Verständnisses für den Forschungsalltag waren dabei unumstritten. Aber auch das Wecken der Neugierde bei den Kommunikationspartner(innen) und die Freude an der Kommunikation selbst wurden als motivierende Faktoren der Wissenschaftskommunikation angeführt. Die Weitergabe von Information könne zudem der (Weiter-)Bildung der allgemeinen Bevölkerung dienen, um dieser ein faktenbasierendes Abwägen von Argumenten hinsichtlich gesellschaftspolitisch relevanter Entscheidungen zu ermöglichen.
Ein wirklichkeitsgetreuer Einblick in das Berufsbild Wissenschafter(in) solle mögliche vorhandene Stereotypen aufbrechen und dem potentiellen Nachwuchs eine realistische Entscheidungsgrundlage in der Berufsorientierung bieten.
Die Workshop Teilnehmer(innen) identifizierten in ihrer Diskussion auch verschiedene Industriezweige, die indirekt von Wissenschaftskommunikation profitieren würden: Die Medien- und Tourismusindustrie könne z.B. die Wissenschaft als Unterhaltungsfaktor und Kulturbeitrag in ihre Agenda integrieren. Die Kooperation mit Stakeholdern und Multiplikator(inn)en sei dabei von den unterschiedlichen Zielsetzungen der mitwirkenden Partner(innen) geprägt.
Wie die Erfahrung der Workshopteilnehmer zeigt, erfüllt ein einziges Projekt oft mehrere Zwecke. So fände sich die Rechtfertigung der Verwendung von öffentlichen Mitteln oder ein strategisch geplanter Prestigegewinn genauso wieder wie die Begeisterung an wissenschaftlichen Erkenntnissen oder die Motivation, die Zielgruppen zur eigenverantwortlichen Suche nach weiterführender Information zu animieren. Dies sei ein faszinierendes und gegenseitig befruchtendes Spannungsfeld.
Die Gesprächskultur und die Nutzung unterschiedlicher Kommunikationskanäle sollten an die Bedürfnisse und Interessen der diversen Kommunikationspartner(inne)n angepasst werden. Die Motivation und die vielfältigen Begabungen der Kommunikationspartner(innen) in der wissenschaftlichen Community sollten in ihrer ganzen Diversität genutzt werden, um eine optimale Reichweite zu ermöglichen. Die Relevanz der Inhalte sollte sowohl an alltägliche Erfahrungen aber auch an die Begeisterungsfähigkeit der Kommunikationspartner(innen) aus der allgemeinen Öffentlichkeit z.B. über die Beschaffenheit der Welt oder die Überwindung von Grenzen anknüpfen. Die leicht verständliche und ansprechende Aufbereitung der Inhalte sollte die Stilrichtung moderner Medienformen berücksichtigen.
Die Kommunikationsmethoden sollten aber auch den Charakteristika unterschiedlicher fachlicher Disziplinen Rechenschaft tragen. Dabei stellten sich die Workshop- Teilnehmer(innen) der Frage, wie man seine Botschaft in der Informationsflut einer hochtechnisierten Gesellschaft am besten positionieren könne.
Mangelnde Ressourcen in materieller und personeller Hinsicht wurden dabei als die größten Hindernisse für einen nachhaltigen Austausch identifiziert. Auch die Frage nach der Förderung von Schlüsselkompetenzen wurde im Zusammenhang mit dem notwendigen Zeit- und Projektmanagement und dem Ausbau interpersoneller Fähigkeiten aufgeworfen und unter dem Blickwinkel eines engen Zeitrahmens im kompetitiven wissenschaftlichen Umfeld beleuchtet.
Die interdisziplinäre Zusammensetzung der Diskussionsgruppen ermöglichte es den Veranstaltungsteilnehmer(inne)n frische Perspektiven zu gewinnen und gemeinsam an konkreten Vorschlägen für künftige Projekte in der Wissenschaftskommunikation zu arbeiten. Der Workshop wurde initiiert von Markus Arndt (Universität Wien; JK) [11], Thomas Prohaska (Universität für Bodenkultur Wien; JK) [12] und Wilfried Ellmeier (Medizinische Universität Wien; kM) [13], koordiniert und moderiert von ChristianeM Losert-Valiente Kroon (Universität Wien) [14] und Barbara Streicher (Science Center Netzwerk) [15].

Weiterführende Information:
[1] zur Jungen Kurie (JK) der ÖAW: junge-kurie.oeaw.ac.at
[2] aus “Science of Science Communication” von Brian Trench (Dublin City University); EAC12
- Eusea Annual Conference 2012: www.eusea.info/About/Annual-Conferences/EAC12-Eusea-
Annual-Conference-2012
[3] aus „Wissenschaftskommunikation - Impulse“ von ChristianeM Losert-Valiente Kroon (Universität
Wien): christianeundjuan.net/Site/Current_Position.html
[4] zu Karin Garber: www.viennaopenlab.at/en_team.php
[5] zum Institut für Technikfolgen-Abschätzung: www.oeaw.ac.at/ita/
[6] zu Michael Nentwich: www.oeaw.ac.at/ita/d1-4.htm
[7] zum Vienna Open Lab: www.viennaopenlab.at/
[8] „Cyberscience 2.0 – Research in the Age of Digital Social Networks“, Michael Nentwich, René König, April 2012, Frankfurt am Main: Campus Verlag
[9] Mitwirkende: Uros Delic, David Grass, Michael Keller, Max Tillmann, Mathias Tomandl; Interviewführung: ChristianeM Losert-Valiente Kroon; Gestaltung: Wolfgang Haberl
[10] zur Universität Wien: www.univie.ac.at
[11] zur Arbeitsgruppe von Markus Arndt: www.quantumnano.at
[12] zur Arbeitsgruppe von Thomas Prohaska: www.chemie.boku.ac.at/3374.html
[13] zur Arbeitsgruppe von Wilfried Ellmeier: www.meduniwien.ac.at/immunologie/ellmeier/
research.html
[14] zum Science Center Netzwerk: www.science-center-net.at

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